Es ist seit Längerem bekannt, dass Schlafmangel der Gesundheit schadet: Dieser wirkt sich unter anderem negativ auf die Stimmung und auf die Hautgesundheit aus und führt zu Fettleibigkeit. Allerdings haben Mitarbeiter der University of Surrey in England erst vor kurzem festgestellt, dass bereits eine Woche an Schlafmangel zu Fehlern in der Arbeit von Hunderten von Genen führen kann, was das Risiko der Entstehung von Krankheiten erhöht, die mit Stress, dem Immunsystem und Entzündungen zusammenhängen.
Die Forscher hatten die Aktivität von Genen von 26 Freiwilligen getestet, die man zuvor auf Schlafentzug gesetzt hatte. Die Forscher fanden heraus, dass Schlafmangel (weniger als sechs Stunden am Tag während der Woche) eine negative Auswirkung auf die Arbeit von mehr als 700 Genen hatte (die Aktivität einiger Gene wurde auf ein Minimum reduziert, anderer dagegen auf ein Maximum heraufgesetzt). Dies sind rund drei Prozent der etwa 23.000 Gene, die der Menschen besitzt. Die beeinträchtigten Gene werden mit der biologischen Uhr des Körpers, des Stoffwechsels, der Immun-und Stressreaktion in Verbindung gebracht.
Die Untersuchung wurde unter der Leitung von Professor Dirk-Jan Dijk durchgeführt, der Schlaf als eine „Säule der Gesundheit“ bezeichnet – wie Ernährung und körperliche Bewegung. „Der Mangel an Schlaf führt zu einer Reihe von gesundheitlichen Problemen. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass er mit Fettleibigkeit, Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, Verschlechterung der Aufmerksamkeit, Reduktion kognitiver Funktionen und psychischen Probleme in Verbindung steht“, fügte er hinzu.
Um die Aktivität der Gene zu beurteilen, wurde die RNA im Blut der Probanden analysiert. Nach einer Woche Schlafentzug mussten die Probanden für 40 Stunden wach bleiben. Alle drei Stunden wurden ihnen Proben der RNA entnommen. Die Ergebnisse wurden mit der Kontrollgruppe verglichen (Probanden, die eine Woche lang zehn Stunden am Tag schliefen, am Ende des Experiments jedoch auch wach gehalten wurden). Das Resultat des Schlafentzugs waren fehlerhaft arbeitende Gene. Darüber hinaus sank die Leistungsfähigkeit und Aufmerksamkeit der Probanden dramatisch.